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Die Sammlung
Geschicklichkeit

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ist das Aufkommen der Geschicklichkeitsautomaten in Europa zu beobachten. Kugelfang-, Balancier- und Münzschleuderspielen gehörten zu den beliebten Spielsystemen. Gewinne wurden hierbei anfangs jedoch nicht in Form von Bargeld ausgezahlt, sondern Wertmarken ausgegeben, die gegen Waren eingetauscht werden konnten.

 

 

Türkischer Tempel, Deutschland, nach 1896  

Der als „Schaustellungsautomat mit Vorrichtung zum Schleudern der Geldstücke in Muscheln“ patentierte Geschicklichkeitsautomat versprach dem geschickten Spieler Warengewinne, wie beispielsweise ein Glas Lagerbier, eine Havanna, ein Glas Wein, einen Cognac oder 10 Zigaretten.  

 
   

 

Zeppelin Schleuder, Deutschland, ca. 1905 

Die Gestaltung dieser Münzschleuder mit dem Zeppelin als zentralem Motiv, spiegelt nicht nur die damalige Begeisterung für die beeindruckenden Luftschiffe wider, sondern auch den zeitgenössischen Traum vom Fliegen. Gespielt wurde mit dem Einsatz eines 5-Pfennigstücks, das mit dem Messinghebel auf die grüne Umlaufbahn geschossen wurde, welches dann mit dem Zeppelin aufzufangen war.

   

 

Hopp Hopp, Ernst Holzweissig Nachf., Leipzig, Deutschland, 1905

Das Geschicklichkeitsspiel „Hopp Hopp“ wurde von Ernst Holzweissigs Nachfolgern Paul Simon und Gustav Sturm auf den Markt gebracht. Es hielt Einzug in Kneipen, Bars und Gaststätten, wo es den Verzehr ankurbeln sollte. Die Motivation des Spielers bestand u.a. darin, das Wort „Bier“ aus gelben Blechbuchstaben erscheinen zu lassen.

Für 5 Pfennig konnte der Kneipenbesucher sein Geschick beweisen und sich durch ebendieses ein Bier erspielen. Die eingeworfene Münze sollte durch Hebeldruck in die vier Gewinnschächte befördert werden. Bei einem Treffer in die Schächte 1, 2 und 3 sprangen die Buchstaben I, E und R hoch und die Münze konnte erneut geschleudert werden. Traf der Spieler den vierten und höchstgelegenen Schacht, stellte sich nicht nur der Buchstabe B auf, auch bekam der Spieler eine Marke ausgezahlt. Gelbe Marken hatten einen Wert von 10 Pfennig. Jede 25. war eine weiße 30-Pfennig-Marke. Diese wurden vom Wirt in Zahlung genommen.

Das hinter der Glasscheibe angebrachte Stoffrollo machte das Gerät zu Zeiten unbespielbar, zu welchen das Automatenspiel oder der Alkoholausschank verboten war.



   

 

Win a Kitkat, Oliver Whales of Redcar, Redcar, Großbritannien, 1950er-Jahre

Bei der Kugelschleuder gilt es, die Kugel mit Hilfe des Hebels in eines der Punktlöcher zu befördern, die in der Mitte des Spielfelds angeordnet sind. Der Gewinn wurde, wie der Name bereits verrät, in Form eines Schokoriegels ausgezahlt.