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Die Sammlung
Glücks- und Geldspiel

Das automatische Spiel mit dem Glück existiert bereits seit der zweiten Hälfte des 19. Jhd. Besonders ausgeprägt war die Glücksspielbranche in den USA, was für uns heute zu einer reichen Vielfalt an Exponaten nicht nur aus diesem Teil der Welt führt.

Der Geldspielautomat hingegen ist eine deutsche Erfindung. Bei dem Spiel an einem dieser Geräte ging es nicht allein ums Glück, vielmehr unterliegt das Geldspiel fest definierten, gesetzlichen Vorgaben, die es deutlich vom Glücksspiel unterscheiden.

 

 

Fruit Bowl, Bryans Automatic Works, Kegworth, Derby, England, 1965

Der Glücksspielautomat „Fruit Bowl“ ist einer der letzten von William E. Bryan entwickelten Automaten. Bevor Bryan sen. 1966 in den Ruhestand ging und das Unternehmen von seinem Sohn weitergeführt wurde, erschien 1965 dieses 1-Scheibenspiel. Obwohl er vermeintlich weniger Spannung bot als die weit verbreiteten „einarmigen Banditen“ mit ihren drei in Reihe stoppenden Walzen, empfand das Publikum die Chancen vermutlich höher, bei nur einer drehenden Scheibe einen Gewinn zu erzielen.
Nach dem Einwurf eines Pennys gab der Automat die Kurbel frei, woraufhin der Spieler diese einmal im Uhrzeigersinn drehte. Die rotierende Scheibe zeigte die möglichen Gewinne: 2, 4, 8 und 12 Pence waren erreichbar. Stoppte die Scheibe mit einer dieser Zahlen am roten Pfeil, öffnete die Maschine den Münzschacht in entsprechender Frequenz, sodass der Gewinn in den Ausgabeschacht fiel. Die damals links vom Hebel präsentierten Münzen waren nur Maskerade um den möglichen Gewinn, der tatsächlich aus der nicht sichtbaren Kasse im Inneren der Maschine kam, für das Publikum sichtbar zu machen.

   

 

Rol a Tor, Watling Manufacturing Company, Chicago, USA, 1935 

Die Slot mit Jackpot und Pfefferminz-Verkauf traf den Geschmack von Spielenden und Aufstellern. Das auffällige Design mit dem reliefartig gefertigten Aufsatz in Füllhorn-Form war das Besondere an dem beliebten Spielgerät. Unabhängig vom Spielverlauf kam es immer zur Ausgabe der obligatorischen Mintrolle. 

   

  

Totomat,  Apparatebau GmbH,  Berlin,  Deutschland,  1950 

Der Totomat gehört zu den sogenannten Fingerschlägern, die sich bereits kurz nach dem ersten Weltkrieg allgemeiner Beliebtheit erfreuten. Zur Zeit des zweiten Weltkriegs verloren die Fingerschlaggeräte an Bedeutung und erlangten diese erst 1949 wieder.

In diesem Jahr entschied sich Günter Wulff, Automaten zu bauen und konzipierte zusammen mit Alfred Krähe seinen ersten Automaten, den Toto. Kurze Zeit später entwickelte er den Totomat, das erste Erfolgsmodell der Firma Wulff-Apparatebau GmbH. Da das Spiel um Geld am Automaten rechtlich in der BRD noch nicht geklärt war, warfen die Automaten Warenbezugsmarken aus. Dies änderte sich 1953 mit der Durchführungsverordnung, und Geldgewinne konnten ausgezahlt werden.

Mit ein bisschen Geschick konnte der Spieler den Verlauf des Spiels steuern, da es zu versuchen galt, die eingeworfene Münze in einen der Gewinnschächte zu manövrieren. Beim Totomat rollte die Münze vor die Schleudereinrichtung, die von dem Spieler angezogen und losgelassen werden musste. Durch den getroffenen Schacht wurde ermittelt, ob ein Gewinn erzielt wurde und in welcher Höhe.

 

Merkur B, adp automaten GmbH, Espelkamp, Deutschland, 1977

Mit dem Gerät begann die Erfolgsgeschichte der Gauselmann Gruppe. Nach 4-jähriger Entwicklungszeit stellte Paul Gauselmann sein erstes Geldspielgerät "Merkur B" auf einer Sitzung des Deutschen Automaten-Verbandes der Öffentlichkeit vor. Den Namen "Merkur", wählte er, da 1976 das Jahr des Merkurs war, dem Gott der Händler und Kaufleute. Mit diesem Automaten führte er das heute bekannteste Glückssymbol Deutschlands ein - die Merkursonne - und setzten damit den Startschuss für eine sehr erfolgreiche Produktion von modernen Unterhaltungsgeräten.